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WARUM KUNDEN SAGEN: „ICH MUSS NOCH DARÜBER NACHDENKEN.“ – OBWOHL SIE DAS AUTO EIGENTLICH WOLLEN.

Wenn du im Automobilvertrieb arbeitest, hast du diesen Satz wahrscheinlich schon unzählige Male gehört: „Ich muss noch einmal darüber nachdenken.“


Für viele Verkäufer ist genau das der Moment, in dem die Unsicherheit beginnt. Das Gespräch lief eigentlich gut. Der Kunde hat sich das Fahrzeug ausführlich angesehen, ist Probe gefahren, hat Fragen gestellt und vielleicht sogar schon über Ausstattung, Farbe oder Finanzierung gesprochen. Alles deutet darauf hin, dass der Abschluss nur noch eine Formalität ist. Und trotzdem entscheidet er sich nicht.


Die Reaktion vieler Verkäufer ist fast immer dieselbe. Sie beginnen noch einmal zu argumentieren, sprechen über zusätzliche Ausstattungsmerkmale, weisen auf aktuelle Aktionen hin oder versuchen, den Kunden mit weiteren Vorteilen zu überzeugen. Schließlich möchte man verhindern, dass der Kunde das Autohaus verlässt und möglicherweise nie wiederkommt.


Doch genau an diesem Punkt entsteht häufig ein Missverständnis.

Nach über zwanzig Jahren in der Automobilbranche, unzähligen Trainings und tausenden Verkaufsgesprächen bin ich zu einer Erkenntnis gekommen, die meine Sicht auf diesen Satz komplett verändert hat.


„Ich muss noch darüber nachdenken“ ist in den meisten Fällen gar nicht der eigentliche Einwand.


Denn häufig möchte der Kunde das Auto bereits. Er stellt sich vor, wie es vor seiner Haustür steht, sieht sich selbst am Steuer oder erzählt seinem Partner schon begeistert von der Probefahrt. Die emotionale Kaufentscheidung ist oft längst gefallen.


Was noch fehlt, ist nicht der Wunsch nach dem Fahrzeug.

Es fehlt die Sicherheit, die richtige Entscheidung zu treffen.


Ein Fahrzeug gehört für die meisten Menschen zu den größten Anschaffungen ihres Lebens. Entsprechend viele Gedanken gehen ihnen in diesem Moment durch den Kopf. Bin ich wirklich sicher? Übersehe ich gerade etwas? Ist jetzt der richtige Zeitpunkt? Kann ich dieser Entscheidung auch in einer Woche noch guten Gewissens zustimmen?

Diese Fragen sprechen die wenigsten Kunden offen aus. Stattdessen wählen sie einen Satz, der höflich ist und ihnen Zeit verschafft:


„Ich muss noch einmal darüber nachdenken.“


Viele Verkäufer hören in diesem Moment ein Nein. Ich höre etwas ganz anderes.

Ich höre Unsicherheit.


Und genau deshalb halte ich es für einen Fehler, jetzt noch mehr Druck aufzubauen. Zusätzliche Argumente, noch mehr Produktinformationen oder ein schneller Preisnachlass lösen die eigentliche Ursache meistens nicht. Im Gegenteil: Je größer der Druck wird, desto größer wird häufig auch die Unsicherheit des Kunden.


Die besten Verkäufer, die ich in den vergangenen Jahren kennenlernen durfte, gehen deshalb anders vor. Sie versuchen nicht, den Kunden zu überzeugen. Sie versuchen zu verstehen, was ihm noch fehlt, um sich mit seiner Entscheidung wirklich wohlzufühlen.

Sie stellen bessere Fragen.


Sie hören genauer zu.

Und sie schaffen Klarheit.


Denn genau das ist es, wonach Kunden in diesem Moment suchen.

Nicht nach noch mehr Informationen, sondern nach dem guten Gefühl, die richtige Entscheidung zu treffen.


Ich bin überzeugt, dass genau darin einer der größten Unterschiede zwischen durchschnittlichen und herausragenden Verkäufern liegt. Durchschnittliche Verkäufer versuchen, Einwände zu entkräften. Herausragende Verkäufer sorgen dafür, dass viele Einwände gar nicht erst entstehen, weil sie Unsicherheit früh erkennen und Vertrauen aufbauen.


Wenn du also das nächste Mal den Satz hörst: „Ich muss noch einmal darüber nachdenken.“, dann widerstehe dem Impuls, sofort dein nächstes Verkaufsargument auszupacken.


Frag dich stattdessen:

Was braucht mein Kunde gerade, um sich mit seiner Entscheidung wirklich sicher zu fühlen?

Denn sehr oft beginnt genau in diesem Moment nicht das Ende des Verkaufsgesprächs – sondern der wichtigste Teil davon.

 
 
 
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